Der Umzug und die Nerven

Wenn ein Umzug ansteht, sind angespannte Nerven bei allen Beteiligten nicht selten. Die Verlagerung des Lebensschwerpunktes erzeugt bei den meisten Menschen Stress. Neben dem Aufgeben von Altbekanntem und Sicherheit verlangt der Umzug selbst nach einer funktionierenden Organisation. Eine angemessene und umsichtige Planung macht aus bedrückender Anspannung erwartungsvolle Vorfreude.

Sich mit dem Fremden anfreunden

Unbekanntes aller Art macht den meisten Menschen Angst oder ruft zumindest ein ungutes Gefühl hervor. So naheliegend es klingt, so selten wird es berücksichtigt: die neue Umgebung und die neue Wohnung sollten ausgekundschaftet und kennen gelernt werden. Dazu sollten schon frühzeitig Zeitfenster geschaffen werden, um in aller Ruhe "schnuppern" zu können.

Spaziergänge rund um das neue Zuhause und nach Möglichkeit mehr als eine Besichtigung der Wohnung von Innen helfen. Für eine angenehme Erinnerung schon vor dem Einzug sorgt ein leckeres Eis am Kiosk um die Ecke oder eine Tasse Espresso im Café zwei Straßen weiter.
Kinder und Umzug

Das schnelle Durchschreiten der Nachbarstraßen bringt weniger als das Schlendern, Schauen und der eventuell erste Plausch mit einem der neuen Nachbarn. Fragen nach dem nächsten Supermarkt oder dem nächsten Altglascontainer sind schöne Gesprächsaufhänger. Auch eine kurze Erklärung für das eigene "Herumlungern" kann das Eis schnell brechen. Der Münchner Diplom-Psychologe Wilfried Siebel rät im Artikel des Online-Bildungsmagazins news4teachers.de umziehenden Eltern, wie Sie ihre Kinder entstressen können. Für ihn steht die Vorhersehbarkeit im Mittelpunkt, die stressreduzierend wirkt. Das gilt für Erwachsene gleichermaßen.

Die Profis der Relocation-Branche

In unserer modernen Welt steigt die durchschnittliche Anzahl der Umzüge pro Mensch ständig an. Häufig sind Arbeitsplatzwechsel oder eine Versetzung der Grund. Für die Betreuung von Führungskräften aus der Wirtschaft gibt es professionelle Umzugshelfer, so genannte Relocation Agenturen. Sie organisieren alles rund um den Umzug von der Immobiliensuche über Vertragsabschlüsse und Speditionsbestellung bis hin zu Schulanmeldung und Sportvereinseintritt.

Mit den Jahren sammelt sich ein enormes professionelles Planungswissen an. Das Relocation-Unternehmen proforg.com  stellt mehrere Checklisten zum Download zur Verfügung. Die erste Checkliste ist zum Gebrauch ab drei Monate vor dem Umzug vorgesehen.

Da Relocation oft auf Zuzüge aus dem Ausland abgestellt ist, sind diese Checklisten für die meisten Privatpersonen zu umfangreich. So kann sie jeder ein wenig modifizieren und sich über jeden Punkt freuen, der schon vorab gestrichen werden kann. Das ist ein weiterer kleiner Schritt, Stress im Vorfeld abzubauen. Und ganz nebenbei bleibt eine Checkliste übrig, mit deren Hilfe auch die Umzüge von Topmanagern professionell erledigt werden.

Kleine Kniffe mit großer Wirkung

Der gefühlte und erwartete Stress resultiert zum Teil aus ganz praktischen Anforderungen. Dazu gehört das bruchsichere Verpacken und der unbeschädigte Transport der Einrichtung und Haushaltsutensilien. Das vorgeplante Zuordnen und die klaren Beschriftungen mindern die Anspannung.

Bestenfalls entwickelte sich schon beim "Beschnuppern" des neuen Heims ein konkreter Plan, wo was hin soll. Eine klare unmissverständliche Kennzeichnung der Räume und der Umzugskartons senkt die Fehlerrate auf nahezu null. Wer eventuellen Sprachbarrieren oder Begriffsverwirrungen aus dem Weg gehen will, installiert ein Farbsystem. Rot für die Küche, Blau für das Bad - mit jeweils gleichfarbig ausgezeichneten Kartons und Zimmertüren.

Wer eine professionelle Spedition wie aelogistik.de beauftragt hat, sollte den Mitarbeitern das Einpacken komplett überlassen. Auf diese Weise sind alle Güter versichert. Die Mitarbeit der Haushaltsangehörigen beim Ausräumen und Einpacken sollte über das Dirigieren und Anweisen nicht hinaus gehen.

Wenn das Farb- oder Beschriftungssystem konsequent und klar durchgeführt wurde, fällt das lästige Dirigieren beim Auspacken und Verteilen am neuen Wohnort weg. Ein guter Zeitpunkt, um alle Haushaltsmitglieder zusammenzutrommeln und ein Begrüßungsritual für das neue Zuhause zu veranstalten - sie es ein Umtrunk, das Steigenlassen einer Traube von Luftballons oder das Knipsen möglichst alberner Bilder inmitten des Tohuwabohu.